Holzwurm (Nagekäfer)

Vorkommen und Bedeutung

Der Anobium punctatum, auch falsche Totenuhr genannt, ist der wichtigste einheimische Nagekäfer und in ganz Europa verbreitet. Durch Einschleppung verbreitet wurde der Anobium punctatum im südlichen Afrika, in den USA, in Brasilien sowie Südost-Australien und Neuseeland.

Nadel- und Laubhölzer werden gleichermaßen angegriffen, bevorzugt werden Splinthölzer und Weichhölzer. Dauerhafte Kernhölzer werden nur nach vorhergegangenem Pilzbewuchs befallen. Tropische Hölzer wie Abachi, Ilomba oder Limba werden nicht angegriffen.

Als Zerstörer von Kunstobjekten (Holztafeln, Skulpturen, ornamentales Schnitzwerk), Möbeln, Musikinstrumenten und Gebrauchsgegenständen aus Holz ist der Gewöhnliche Nagekäfer an erster Stelle unter den holzzerstörenden Insekten einzuordnen.

Gute Entwicklungsmöglichkeiten findet er in kühlen, feuchten Räumlichkeiten (Keller, Kirchen). In Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit und mäßigen Temperaturen werden auch Dachkonstruktionen, Stallungen und ähnliche Objekte befallen.

Der Käfer

Der 2,5 bis 6 mm, meist aber 3 bis 5 mm lange Käfer ist von gedrungener, ovaler Form, im Querschnitt rund. Er ist meist dunkelbraun, gelegentlich heller oder schwarzbraun.

Der spitz nach oben gewölbte Halsschild ist kapuzenartig über den Kopf gezogen. Die Flügeldecken sind mit längslaufenden, deutlich hervortretenden Punktreihen versehen, die Vertiefungen in der Flügeldecke sind. Die drei Endglieder der Antenne sind verdickt und von etwa gleicher Größe.

Die Larve

Die im ausgewachsenen Zustand bis zu 6 mm lange Larve ist crémefarben und fein behaart. Die Larve ist engerlingsartig gekrümmt und besitzt drei gut ausgebildete Beinpaare. Der Kopf ist gelblich-braun und trägt dunkelbraune Kauwerkzeuge.

Lebensweise

Die etwa 0,3 mm langen Eier werden einzeln in Risse, Spalten oder alte Bohrlöcher abgelegt.

Ein Weibchen legt ca. 20-30 Eier. Nach ca. 2-3 Wochen schlüpfen die jungen Larven, bohren sich in das Holz und leben dort im ungünstigsten Fall bis zu 10 Jahren. Nach einer zwei- bis vierwöchigen Puppenruhe schlüpfen die Käfer und verlassen das Holz durch sichtbare kreisrunde Bohrlöcher, wobei oft feines Bohrmehl ausgestoßen wird.

Die Käfer schlüpfen zwischen April und August, vermehrt aber im Mai und Juni.

Befallsmerkmale

Befall durch A. punctatum macht sich durch kreisförmige Bohrlocher von ca. 0,7 bis 3,3 mm Durchmesser bemerkbar. Die Fraßgänge verlaufen zumeist im Splintholz, Rinde und Kernholz werden gemieden. In Nadelhölzern folgen die Gänge den Jahresringen.

Die Fraßgänge, die der Gemeine Nagekäfer hinterläßt sind mit Kot und feinem Bohrmehl angefüllt.